Körper in Bewegung bringen. Gedanken entlasten. Sich selbst wieder spüren
Sport und Bewegungstherapie
Psychische Erkrankungen betreffen nicht nur Gedanken und Gefühle: sie zeigen sich häufig auch körperlich: durch innere Unruhe, Erschöpfung, Anspannung, Schlafprobleme, Rückzug oder das Gefühl, vom eigenen Körper abgeschnitten zu sein. Die Sport- und Bewegungstherapie unterstützt Patient*innen dabei, wieder Zugang zu sich selbst, ihrem Körper und ihrer eigenen Kraft zu finden.
Im Mittelpunkt steht die Erfahrung, dass Bewegung stabilisieren, entlasten und neue Energie schenken kann – angepasst an die individuelle Belastbarkeit und den aktuellen Gesundheitszustand.
Bewegung als wirksamer Bestandteil moderner Depressionsbehandlung
Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass regelmäßige körperliche Aktivität depressive Symptome deutlich reduzieren kann. Besonders wirksam sind angeleitete Bewegungsangebote mit moderater Intensität. Bewegung kann dabei nicht nur die Stimmung verbessern, sondern auch Antrieb, Schlaf, Stressregulation, Körperwahrnehmung und Selbstwirksamkeit positiv beeinflussen.
Eine große Meta-Analyse randomisierter kontrollierter Studien zeigte, dass Bewegung bei Depressionen große positive Effekte erzielt. Besonders wirksam waren unter anderem Gehen bzw. Joggen, Yoga sowie Krafttraining. Auch die Kombination aus Bewegung und psychotherapeutischer Behandlung zeigte stärkere Effekte als einzelne Maßnahmen allein (Quelle: https://doi.org/10.1136/bmj-2023-075847)
Sport- und Bewegungstherapie verstehen wir bei promenta deshalb nicht als „Zusatzangebot“, sondern als wichtigen therapeutischen Baustein innerhalb eines ganzheitlichen Behandlungskonzepts.
Zugang zu psychischer Gesundheit durch Sport
Viele Menschen mit Depressionen, Burnout, Angststörungen oder psychosomatischen Beschwerden erleben ihren Körper im Alltag entweder als permanent angespannt oder wie „abgeschaltet“. Bewegung kann helfen, diesen Zugang Schritt für Schritt wiederherzustellen.
Die Sport- und Bewegungstherapie bei promenta verfolgt deshalb mehrere Ziele gleichzeitig:
- Aktivierung bei Erschöpfung und Antriebslosigkeit
- Abbau von innerer Spannung und Stress
- Verbesserung von Körpergefühl und Körperwahrnehmung
- Förderung von Stabilität, Koordination und Beweglichkeit
- Stärkung von Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit
- Förderung sozialer Interaktion und positiver gemeinsamer Erfahrungen
- Entwicklung von Bewegungsroutinen für die Zeit nach der Klinik
Dabei steht nicht die sportliche Leistung im Vordergrund, sondern die Erfahrung:
„Ich kann wieder in Kontakt mit meinem Körper kommen.“
Unser therapeutisches Sportangebot
Die Sport- und Bewegungstherapie bei promenta besteht aus unterschiedlichen Kursformaten, die sich in Intensität und Schwerpunkt unterscheiden. Dadurch können Patient*innen entsprechend ihrer aktuellen Belastbarkeit und persönlichen Bedürfnisse teilnehmen.
Sport Basics
Grundlagen schaffen, den Körper wieder aktivieren.
Im Kurs „Sport Basics“ stehen grundlegende Bewegungsformen und körperliche Aktivierung im Mittelpunkt. Viele Menschen bewegen sich im Alltag zu wenig oder sehr einseitig – häufig verbunden mit Verspannungen, Schmerzen oder körperlicher Erschöpfung.
Durch Ganzkörpermobilisation, leichte Aktivierungsübungen und spielerische Bewegungselemente werden Beweglichkeit, Stabilität und Körpergefühl gefördert. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Aktivierung der Körperstabilisatoren wie Bauch-, Rücken- und Hüftmuskulatur.
Der Kurs eignet sich besonders für Patient*innen, die wieder einen sanften Zugang zu Bewegung finden möchten.
Body Balance
Körper und Geist gemeinsam fordern.
Der Kurs „Body Balance“ verbindet Bewegung mit kognitiven und koordinativen Aufgaben. Kommunikations- und Kooperationsspiele fördern nicht nur Bewegung und Konzentration, sondern auch soziale Interaktion und positive gemeinsame Erfahrungen.
Gerade bei psychischen Belastungen kann das bewusste Erleben von Gemeinschaft, Leichtigkeit und spielerischer Aktivität einen wichtigen therapeutischen Effekt haben. Gleichzeitig werden Mobilisation, Stabilität und Koordination des Körpers verbessert.
Viele Patient*innen erleben diesen Kurs als Möglichkeit, „aus dem Kopf herauszukommen“ und wieder mehr im Moment anzukommen.
Functional Training
Den eigenen Körper wieder als kraftvoll erleben.
Im Functional Training absolvieren die Patient*innen ein intensiveres Ganzkörperkrafttraining mit komplexen Bewegungsabläufen. Dabei werden mehrere Körpersysteme gleichzeitig aktiviert, wodurch Kraft, Stabilität, Koordination und Belastbarkeit gefördert werden.
Vor- und nachbereitend werden Beweglichkeits- und spielerische Elemente integriert, um Überforderung zu vermeiden und einen ausgewogenen therapeutischen Rahmen zu schaffen.
Das Ziel ist nicht sportliche Höchstleistung, sondern ein positives Erleben von Kraft, Stabilität und körperlicher Selbstwirksamkeit.
Bewegung als Teil eines ganzheitlichen Therapiekonzepts
Bewegung kann dabei helfen, Themen, die in Gesprächen angestoßen wurden, auch körperlich zu verarbeiten. Gleichzeitig können emotionale Blockaden, Anspannung oder Rückzug über körperliche Aktivität oft leichter zugänglich werden.
Durch die enge Zusammenarbeit des interdisziplinären Teams werden Therapiepläne individuell abgestimmt und regelmäßig angepasst. Dabei werden Übungen individuell angepasst und orientieren sich an den jeweiligen körperlichen Möglichkeiten.
„Wir nehmen uns Zeit für jedes Gespräch."
Sarah Lemp - Verwaltungsleitung
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