Wenn Sie sich Sorgen um einen nahestehenden Menschen machen
Informationen für Angehörige
Wenn ein Mensch, der Ihnen am Herzen liegt, psychisch erkrankt oder sich stark verändert, stehen viele Fragen im Raum. Vielleicht erkennen Sie Ihre:n Angehörige:n kaum wieder. Die Person zieht sich zurück. Wirkt erschöpft. Reagiert anders als früher. Und Sie fragen sich:
- „Was ist los?“
- „Wie schlimm ist das?“
- „Mache ich etwas falsch?“
- „Wie kann ich überhaupt helfen?“
Diese Seite richtet sich an Angehörige von psychisch belasteten Menschen: ob Partner*in, Eltern, erwachsene Kinder, Geschwister oder enge Freund*innen. Sie soll Ihnen dabei helfen, die Situation besser zu verstehen, geeignete Unterstützungsmöglichkeiten zu finden und gleichzeitig die eigenen Bedürfnisse nicht zu vergessen.
Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen als Informationsquelle und ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung. Nehmen Sie bei akuten gesundheitlichen Beschwerden die Hilfe von Psychotherapeut*innen oder Ärzt*innen in Anspruch.
Wenn Sie mehr über promenta erfahren möchten, haben wir weiter unten eine Übersicht zusammengestellt: Zur Klinikübersicht ›
Inhaltsübersicht
Wenn jemand psychisch belastet ist
Jeder Mensch erlebt Krisen im Leben. Manchmal sind diese vorübergehend, manchmal halten sie länger an. Wenn daraus überdauernde Symptome wie Antriebslosigkeit, Ängsten, Schlafproblemen, Gereiztheit oder emotionaler Erschöpfung entstehen, kann eine psychische Erkrankung vorliegen.
Das bedeutet nicht, dass jemand „schwach“ ist. Es bedeutet eine Veränderung der Wahrnehmung, des Denkens, des Fühlens und des Verhaltens, die im Alltag mit Leid und Funktionseinschränkungen in Verbindung steht. Laut dem RKI erkrankt jeder 3. erwachsene Mensch an einer psychischen Erkrankung. Psychische Erkrankungen sind also häufig – und behandelbar. Entscheidend ist, sie rechtzeitig zu erkennen und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Nicht jede Veränderung ist jedoch sofort behandlungsbedürftig. Es gibt unterschiedliche Schweregrade:
- Leichte Belastungen können durch Gespräche im privaten Umfeld oder beim Hausarzt sowie Ressourcen im Alltag (z.B. Hobbies) aufgefangen werden.
- Mittelschwere Krisen (z. B. längere depressive Phasen oder Angstzustände) sollten durch eine ambulante Psychotherapie oder in einer Tagesklinik begleitet werden.
- Schwere psychische Erkrankungen benötigen oft eine strukturierte Behandlung in einer Tagesklinik oder vollstationären Einrichtung.
Wie spreche ich mit der betroffenen Person?
Es ist nicht leicht, das Thema psychische Gesundheit anzusprechen. Besonders wenn sich jemand verschließt oder ablehnt, Hilfe anzunehmen. Die häufigste Ursache ist ein Schamgefühl sowie das fehlende Eingestehen, an in individuellen Grenzen gestoßen zu sein. Folgende Hinweise können helfen:
- Einfühlsam starten: „Ich mache mir Sorgen um dich …“, statt: „Du brauchst Hilfe.“
- Zuhören, nicht urteilen: Zeigen Sie, dass Sie da sind, ohne Lösungen aufzuzwingen.
- Ich-Botschaften: Sprechen Sie von Ihren eigenen Gefühlen („Ich fühle mich hilflos“) statt Vorwürfen („Du machst nie …“).
- Keine Überforderung: Bieten Sie an, Informationen gemeinsam zu suchen – ohne Druck.
- Grenzen akzeptieren: Nicht jede Person ist sofort bereit zur Veränderung.
- Krisen erkennen: Bei konkreten Suizidgedanken oder massiver Selbstgefährdung sollten Sie professionelle Hilfe hinzuziehen (z. B. Notarzt, Krisendienst).
Unterstützen, aber sich selbst schützen
Wer mitfühlt, trägt oft mit. Angehörige sind emotional stark eingebunden und versuchen über Monate, alles alleine aufzufangen. Dadurch laufen sie häufig Gefahr, sich selbst zu überfordern.
Deshalb gilt: Nur wer gut für sich selbst sorgt, kann auch für andere da sein.
- Eigene Gefühle ernst nehmen: Auch Angst, Trauer, Wut sind verständlich und erlaubt.
- Grenzen wahren: Es ist nicht Ihre Aufgabe, alles zu lösen. Sie sind kein Therapeut und sollten diese Rolle auch nicht einnehmen. Das führt oftmals zu Belastung und Frustration.
- Unterstützung suchen: Austausch mit Vertrauenspersonen kann entlasten.
- Ausgleich schaffen: Zeiten für Ruhe, Bewegung, Gespräche mit Freunden. Sie müssen nicht die ganze Zeit anwesend sein. Manchmal kann das bei Betroffenen das Gefühl auslösen, dass sie dadurch keine externe Hilfe benötigen.
- Beratung in Anspruch nehmen: Auch Angehörige dürfen Hilfe annehmen.
Anlaufstellen & Hilfsangebote
Hier finden Sie erste Anlaufpunkte – viele davon anonym und kostenfrei.
- Telefon-Seelsorge: 0800 1110111 oder 0800 1110222 (rund um die Uhr, anonym) oder „SeeleFon“ des BApK: 0228 71002425 (Beratung speziell für Angehörige, Mo–Fr)
- Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstellen (PSKB) in Köln, z. B. Diakonie Köln, Caritas Beratungsstellen, DRK
- Online-Ressourcen & Fachportale:
Versorgungsformen & Kliniktypen
Je nach Situation stehen unterschiedliche Therapieformen zur Verfügung: Ambulante Psychotherapie, Tageskliniken oder vollstationäre Kliniken.
Ambulante Psychotherapie
Psychotherapeutische Begleitung (z. B. Verhaltenstherapie, systemische, analytische oder tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie) in einer Praxis. In der Regel 1 – 2 Sitzungen pro Woche, gute Option bei leichteren Erkrankungen oder nach einem Klinikaufenthalt.
Tagesklinik
Eine intensive, strukturierte Therapieform im teilstationären Setting, bei der Patient*innen tagsüber an einem umfassenden therapeutischen Programm teilnehmen, ohne über Nacht in der Einrichtung zu bleiben. Ideal, wenn eine ambulante Therapie nicht ausreicht, aber ein vollstationärer Aufenthalt (noch) nicht notwendig oder gewünscht ist.
Tageskliniken werden oft als „Krankenhaus ohne Betten“ bezeichnet, da die Therapie-Intensität identisch zu einer vollstationären Einrichtung ist, aber Nächte und Wochenenden daheim verbringt.
Was erwartet die betroffene Person in einer Tagesklinik?
Ein strukturierter Tagesablauf mit Einzel- und Gruppentherapien, kreativen und körperorientierten Angeboten, ärztlicher Betreuung und Gesprächen in einem geschützten Rahmen. Abends und am Wochenende kehren Patienten in Ihr gewohntes Umfeld zurück.
Vollstationäre Klinik
Rund-um-die-Uhr-Betreuung mit Übernachtungen unter der Woche und am Wochenende. Oft bei akuten Krisen, suizidaler Gefährdung, Abhängigkeiten oder wenn eine intensive Stabilisierung nötig ist. Der Aufenthalt kann bis zu mehreren Monaten dauern.
Fachabteilungen / Schwerpunktkliniken
Schritte zur Aufnahme & Ablauf
Wenn Sie denken, dass professionelle Hilfe nötig ist, können Sie folgende Wege gehen:
- Hausarzt oder Facharzt aufsuchen: Für eine erste Einschätzung und ggf. Überweisung (für eine teil-/vollstationäre Behandlung).
- Direkter Kontakt zu Kliniken: Viele Kliniken bieten eine telefonische Erstberatung an, auch für Angehörige.
- Psychotherapeutische Praxen: Vereinbarung einer psychotherapeutischen Sprechstunde bei einem psychologischen Psychotherapeuten oder einer psychologischen Psychotherapeutin
Wie finde ich eine passende Klinik?
Meist reicht eine einfache Google-Suche nach der jeweiligen Erkrankung. Achten Sie beim Vergleichen von Kliniken auf:
- Spezialisierung (z. B. Depression, Angst, Trauma)
- Therapiekonzept (intensiv, ganzheitlich, kreativ)
- Lage & Erreichbarkeit
- Kassenzulassung & Kostenübernahme
- Erfahrungsberichte anderer Patient*innen
Kosten & Abrechnungsmöglichkeiten in Kliniken
- Gesetzlich Versicherte: Abrechnung über die Krankenkasse, bei teil-/vollstationärer Behandlung mit Einweisung durch den Arzt. Therapeuten oder Kliniken klären über den Ablauf im Erstgespräch auf.
- Privat Versicherte / Beihilfe: Vorher Klärung mit Krankenkasse / Beihilfestelle notwendig. Die Klinik unterstützt typischerweise bei Anträgen und informiert im Erstgespräch.
- Selbstzahler: fast immer möglich, ggf. individuelle Vereinbarung mit der Klinik.
Ablauf bei promenta (Beispiel für eine Tagesklinik)
- Telefonisches Erstgespräch (unverbindlich, auch für Angehörige)
- Vorgespräch mit Erstdiagnostik mit Facharzt oder Fachärztin
- Unterstützte Antragsstellung oder Übernahme der Anträge
- Therapie mit individuellem Plan
promenta Tagesklinik auf einen Blick
Die promenta Tagesklinik in Köln ist eine private Tagesklinik für psychische Gesundheit. Wir bieten eine intensive, tagesklinische Behandlung für Erwachsene. Die promenta ist spezialisiert auf die Behandlung von Menschen mit:
- Depressionen
- Angst- und Panikstörungen
- Stressbedingten Erkrankungen wie Burnout & Erschöpfung
- Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS)
- Psychosomatischen Erkrankungen
- Anpassungsstörungen & Lebenskrisen
Wie sieht die Therapie aus?
Jede Patientin und jeder Patient erhält einen individuell abgestimmten Therapieplan.
Das Behandlungskonzept basiert auf einem multimodalen Ansatz mit verschiedenen therapeutischen Methoden: sowohl im Gespräch als auch über kreative, körperorientierte und alltagsnahe Angebote. Besonders hervorzuheben:
- 3 – 4 Einzeltherapiesitzungen pro Woche
- täglicher Austausch im therapeutischen Team über die individuelle Entwicklung
- feste Bezugstherapeut*innen und persönliche Begleitung durch die gesamte Behandlungszeit
Begleitung & Organisation
promenta unterstützt bei allen organisatorischen Fragen:
- Ausführliche unverbindliche Erstberatung mit ärztlicher Einschätzung und Diagnostik
- Hilfe bei Anträgen für Versicherung und Kostenübernahme
- Direkte Kommunikation mit Versicherungen / Beihilfestellen
- Strukturierte Entlassung mit individuellem Nachsorgeplan
Wer übernimmt die Kosten?
- Die Behandlung wird von allen privaten Krankenversicherungen und Beihilfestellen anerkannt. Für Beihilfeberechtigte bestehen nur geringe Eigenanteile
- Für Selbstzahler*innen gelten klare, transparente Kostenregelungen, die im Erstgespräch aufgezeigt werden
- Eine Abrechnung über die gesetzliche Krankenkasse ist derzeit leider nicht möglich
Eine verbindliche Information zum Eigenanteil oder Kosten für Selbstzahler kann direkt im Erstgespräch gegeben werden.
Besonderheiten & Ausstattung
- Ruhige, moderne Räume mit viel Tageslicht
- Jede Patient*in hat ein eigenes Zimmer als Rückzugsmöglichkeit
- Maximal 24 Patienten: Persönliche, unterstützende und diskrete Atmosphäre
- Feste Bezugstherapeuten: Verlässliche dauerhafte Begleitung ohne Wechsel
„Wir begleiten Sie von Anfang an.
Persönlich und vertraulich."Dr. Martina Stolzenburg - Leitende Chefärztin
Kontakt & Erstgespräch
Bei Interesse oder Unsicherheit können sich Patient*innen oder Angehörige direkt melden. Unser Team ist werktags erreichbar und bietet eine anonyme, unverbindliche telefonische Erstberatung. Schreiben Sie uns oder rufen direkt an: 02203 902 920
FAQ - häufige Fragen
Je nach Klinik und Situation meist 6 bis 12 Wochen. Es gibt auch kürzere Kriseninterventionen oder längere Rehabilitationsphasen.
Die gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernehmen die Behandlungskosten bei medizinischer Notwendigkeit. Es sind vorherige Anträge ggf. nötig, bei denen die Kliniken unterstützen können. Die konkrete Kostenübernahme wird jeweils in einem Erstgespräch besprochen und geprüft.
Zwang ist selten hilfreich. Bieten Sie Gespräche an, teilen Sie Ihre Sorgen, bleiben Sie im Kontakt. Manchmal braucht es mehrere Anläufe. Auch Angehörigenberatung kann hier unterstützen.
Ernst nehmen und sofort professionelle Hilfe holen (z. B. 112 oder ärztlicher Notdienst). Sie müssen nicht allein entscheiden, was richtig ist. Es gibt Hilfe.
Ihr Tag bei uns ist strukturiert, vielseitig und individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt. Der Morgen beginnt mit einem ausgewogenen gemeinsamen Frühstück in entspannter Atmosphäre. Für das Mittagessen bieten wir gehobene, frisch zubereitete Gerichte mit verschiedenen vegetarischen Optionen sowie eine variationsreiche Salatbar.
Der Therapiealltag ist individuell gestaltet und umfasst Einzel- und Gruppentherapien, Kunst- und Körpertherapie sowie Sportangebote. Darüber hinaus gibt es Zeitfenster zur Reflexion und zur Umsetzung persönlicher Ziele.
Während der therapiefreien Zeiten steht Ihnen eine stilvolle Lounge mit Snacks und Getränken zur Verfügung, ideal, um sich in einer angenehmen Umgebung mit anderen Patienten auszutauschen oder einfach zu entspannen. Für Ruhe und Rückzug können Sie sich in Ihr persönliches Zimmer zurückziehen. Jedes Zimmer ist modern ausgestattet, verfügt über ein großes Bad und bietet Raum, um sich zu erholen oder an Ihrer Selbstfürsorge zu arbeiten.
Unser Ziel ist es, Ihnen einen ausgewogenen und unterstützenden Rahmen für Ihre Genesung zu bieten – sowohl mit therapeutischen Angeboten als auch mit ausreichend Raum für Erholung und Begegnung.
Gerne stellen wir Ihnen weitere Details in einem unverbindlichen Vorgespräch zur Verfügung.
Das Behandlungsteam bespricht die Therapiegestaltung mit der Patient*in und berücksichtigt dabei selbstverständlich persönliche Wünsche.
Ja, jeder Patient verfügt in der promenta über einen ganz persönlichen Raum um zwischendurch für sich sein zu können, sich zu erholen und an seiner Selbstfürsorge zu arbeiten. Das Zimmer beinhaltet ein Bad mit Dusche und WC, so kann man sich nach dem Sport frisch für die folgenden Therapien machen.
Haben Sie weitere Fragen? Wir sind für Sie da
Wenn Sie sich fragen, ob eine Tagesklinik wie promenta das Richtige für Ihren Angehörigen sein könnte – oder wenn Sie grundsätzlich wissen möchten, welche Wege möglich sind – sprechen Sie mit uns.
Unsere telefonische Erstberatung ist anonym, vertraulich und unverbindlich.
Wir hören zu, beantworten Ihre Fragen und helfen Ihnen, die nächsten Schritte zu planen – ganz gleich, ob Sie sich für promenta entscheiden oder nicht.
